Peter Heeschs Skulpturen entstehen in einem fortwährenden Dialog mit dem Material. Holz wie Stein bearbeitet er in einem reduzierenden Verfahren: Ausgangsform, Struktur, Farbe und Verwitterungsspuren weisen den Weg, während durch gezieltes Abtragen die endgültige Gestalt hervortritt. Natürliche Verwachsungen und Verletzungen werden dabei nicht verborgen, sondern bleiben als Spuren der Vergangenheit sichtbar – wie Narben auf einem Körper. Rau belassene Partien treffen auf gerundete, sorgfältig geschliffene Oberflächen und machen das Verhältnis von Innen und Außen, Verbergen und Freilegen erfahrbar. Naturformen wie Spiralen, Samen, Schoten oder Wolken bilden häufig den Ausgangspunkt, ohne die Wahrnehmung auf eine eindeutige Deutung festzulegen. Zugleich ist Bewegung ein zentrales Thema: Die Formen scheinen zu tanzen, sich zu strecken, zu springen oder im Raum zu schweben. Da es nur selten ein eindeutiges Vorne oder Hinten gibt, erschließen sich die Skulpturen erst beim Umschreiten und im Wechsel der Ansichten. Mit feinem Augenzwinkern erzeugen sie überraschende Momente und verbinden Material, Form und Ausdruck zu einer ebenso sinnlichen wie offenen Bildsprache.
Peter Heesch, 1969 in Seefeld in Oberbayern geboren, besuchte von 1992 bis 1995 die Holzbildhauerschule Berchtesgaden. Internationale Symposien und Arbeitsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Simbabwe, Norwegen, Österreich und Luxemburg. Seit 1995 arbeitet er als freischaffender Künstler in München; von 2006 bis 2026 war er zudem als Dozent für Holzbildhauerei beim „Symposion Weißenseifen“ in der Eifel tätig.
Peter Heesch’s sculptures emerge from an ongoing dialogue with their material. Working in both wood and stone, he employs a subtractive process: the initial shape, structure, colour and traces of weathering guide his approach, while the final form emerges through the deliberate removal of material. Natural growth irregularities and damage are not concealed but remain visible as traces of the past—like scars on a body. Rough areas meet rounded, carefully sanded surfaces, making the relationship between inside and outside, concealment and revelation tangible. Natural forms such as spirals, seeds, pods and clouds often serve as starting points, without limiting the viewer to a single interpretation. Movement is another central theme: the forms appear to dance, stretch, leap or float in space. Since there is rarely a clearly defined front or back, the sculptures reveal themselves as viewers walk around them and discover changing perspectives. With a subtle touch of humour, they create moments of surprise, bringing material, form and expression together in a visual language that is both sensuous and open to interpretation.
Born in Seefeld, Upper Bavaria, in 1969, Peter Heesch attended the Berchtesgaden School of Woodcarving from 1992 to 1995. International symposia and working residencies have taken him to Zimbabwe, Norway, Austria and Luxembourg, among other countries. He has worked as an independent artist in Munich since 1995. From 2006 to 2026, he also taught wood sculpture at the “Symposion Weißenseifen” in the Eifel region.
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O.T.
2023
Kirschholz, Stahl
54 × 21 × 58 cm

O.T.
2026
Gabbro
28 × 22 × 44 cm

Tanzende Pflaume
2021
Pflaumenholz, Stahl
29 × 29 × 143 cm

König
2024
Opalstone, Stahl
26 × 17 × 83 cm

O.T.
2026
belgischer Granit, Stahl
ca. 37 × 47 × 27 cm

Schauer
2020
Pflaumenholz, Stahl, Larvikit
40 × 25 × 47 cm